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Seit Urzeiten wird der Sanddorn in der Volksmedizin Tibets, der Mongolei, Chinas und Russlands bei Geschwüren, Tumoren, Erkrankungen der Schleimhaut, Augenkrankheiten, Verbrennungen und Erfrierungen eingesetzt. Schon lange sind in dieser Region die schmerzstillenden, entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Eigenschaften bekannt. Bei Verletzungen war es üblich, frischen Sanddornsaft auf die Wunde zu träufeln.
Oleum Hippophae Rhamnoides - das Öl, welches aus den Früchten des Sanddornstrauches gewonnen wird, ist seit Jahrhunderten als das "Herzblut des Kaisers" bekannt. Dschingis Khan, der Großkhan der Mongolen, führte es auf jedem seiner Eroberungszüge in seiner Reiseapotheke mit sich und jeder seiner Reiter trug es in seiner Satteltasche. Die Krieger schworen auf die außergewöhnliche Wirkung des orangeroten Öles. Es heilte Wunden, schützte die stets Wind und Wetter ausgesetzte Haut und half bei Geschwüren.
Heute gelten vor allem Russland und China als führend in der wissenschaftlichen Erforschung und klinischen Erprobung des Sanddornöls. Sanddornfruchtfleischöl verwenden in Russland nicht nur die russischen Astronauten, um sich vor der erhöhten Strahlenbelastung im All zu schützen, es wir u.a. bei Herz- und Gefäßerkrankungen sowie in der Krebstherapie erprobt.. So kann das hautschützende Sanddornöl nachweislich die Begleiterscheinungen einer Strahlentherapie mildern. Zudem werden derzeit ausführliche Studien zum Einsatz von Sanddorn bei radioaktiv verursachter Verstrahlung, zur tumorhemmenden Wirkung von Sanddornöl sowie zu dem therapeutisch-praktischen Einsatz von Sanddornöl in der Gynäkologie bei Schleimhautschäden der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses durchgeführt.
Das Sanddornfruchtfleischöl - Inhaltsstoffe, Wirkungen, Anwendungsgebiete
Sanddornfruchtfleischöl
Sanddornfruchtfleischöl besitzt eine kräftig orange-rote Farbe. Es riecht und schmeckt typisch nach Sanddorn.
Zusammensetzung
Sanddornfruchtfleischöl besteht zu ca. 35 % aus gesättigten Fettsäuren (Palmitinsäure), zu ca. 58 % aus einfach ungesättigten (hauptsächlich Palmitolein- und Oleinsäure) sowie zu ca. 7 % aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Linol- und Linolensäure).
Die einfach ungesättigte Palmitoleinsäure ist in nahezu allen anderen Pflanzenölen bis auf Macadamianußöl überhaupt nicht bzw. nur in Spuren vorhanden, während sie im Sanddornfruchtfleischöl in ca. 35 % Konzentration vorliegt.
Zudem weist das Fruchtfleischöl einen hohen Anteil an Beta Carotin sowie an Vitamin E auf, welche es in hervorragender Weise vor Oxidation schützen.
Tabelle 1: Inhaltsstoffe am Beispiel des Beti Lue. Sanddornfruchtfleischöles.
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Inhaltsstoff
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Beti Lue. Sanddornfruchtfleischöl
[%]
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Myristinsäure
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0,8
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Palmitinsäure
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32,7
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Palmitoleinsäure
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29,9
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Stearinsäure
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1,2
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Öl/Oleinsäure
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26,0
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Linolsäure
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7,1
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Linolensäure
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2,3
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Arachinsäure
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0,0
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gesättigte Fettsäuren gesamt
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34,7
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ungesättigte Fettsäuren gesamt
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65,3
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Carotinoide
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291 mg /100g
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davon Beta Carotin
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56,0 mg /100g
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Tocpherole (Vitamin E)
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213 mg /100 g
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Wirkung der Inhaltsstoffe
Palmitoleinsäure
Da sie auch eine Komponente unseres Hautfettes bildet, wird sie sehr gut vom Körper aufgenommen und trägt zur Unterstützung der Wundheilung sowie der Wiederherstellung eines gesunden Hautgewebes bei.
Linolsäure
Linolsäure hilft bei Dermatosen, Sonnenbrand und Brandwunden, indem sie spürbar die Regeneration der Hautbarriere beschleunigt. Leichte Formen der Akne vulgaris können mit Linolsäure-Präparaten effizient behandelt werden. Linolsäure wirkt Barriere- und Verhornungsstörungen entgegen, senkt den transepidermalen Wasserverlust und erhöht die Hautfeuchte. Linolsäure ist Bestandteil des Ceramid I, des wichtigsten Barrierestoffes in der Hornschicht. Linolsäurehaltige Hautpräparate sind daher für Neurodermitiker, deren Haut sich in der Regel durch einen Mangel an Ceramid I auszeichnet, sehr gut geeignet
Linolensäure (alpha Linolensäure)
Linolensäure gehört wie Linolsäure zu den essentiellen Fettsäuren. Folgeprodukte der alpha-Linolensäure sind wichtige Strukturelemente für das Gehirn, die Netzhaut des Auges und die Keimdrüsen (Hormonhaushalt).
Carotinoide
Carotinoide sind Vitamin A Vorstufen, welche schädliche Sauerstoffradikale binden, die im Körper gefährliche Krankheiten bis hin zum Krebs auslösen können. Als wirksame Antioxidantien hemmen sie im Körper die Oxidation von Zellfetten. Zu den Carotinoiden gehört auch das Beta Carotin.
Beta Carotin
Beta Carotin stellt eine wichtige Quelle für die Bildung von Vitamin A dar. Im Unterschied zu Vitamin A selbst kann es unbedenklich auch in größeren Mengen aufgenommen werden, da es von unserem Körper nur in dem Maße in Vitamin A umgewandelt wird, in welchem es benötigt wird. Beta Carotin besitzt UV-Filtereigenschaften mit Lichtschutzwirkung und verringert bei empfindlicher Haut die durch Lichteinwirkung hervorgerufene Hautrötung. In Synergie mit Vitamin C und E regt es die Kollagenbildung der Haut an und ist bei oraler Einnahme zusätzlich wirksam bei bestimmten Arten von Sonnenallergien. Zudem besitzt es antioxidative Eigenschaften und verhindert durch Oxydationsvorgänge ausgelöste Zellveränderungen. Durch seine Fähigkeit, sich im Unterhautfettgewebe anzureichern, kann es Pigmentierungsstörungen der Haut ausgleichen.
Tocopherole (Vitamin E)
Vitamin E (Tocopherol) hat vor allem eine Schutzfunktion auf Zellmembranen, indem es hochreaktive Sauerstoffradikale abfängt (Antioxidants). Im Organismus bietet es einen hervorragenden Schutz vor vorzeitiger Hautalterung, es sorgt für ein elastisches Bindegewebe und glatte Haut und fördert die Zellerneuerung. Es besitzt neben seinen antioxidativen gleichfalls entzündungshemmende Eigenschaften sowie eine Schutzwirkung gegen Photosensibilisierung und Sonnenbrand.
Flavonoide
Flavonoide sind meist gelb gefärbte, stickstoffreiche, phenolische Pflanzenstoffe mit antioxidativen, entzündungshemmenden sowie zell- und gefäßschützenden Eigenschaften. Sie verbessern u.a. die Fließeigenschaften des Blutes, stärken die Immunabwehr, vermindern allergische Reaktionen und entzündliche Prozesse.
Anwendungsgebiete des Sanddornfruchtfleischöles
Alle der hier aufgeführten dem Sanddorn zugeschriebenen Wirkungen sind weitgehend durch Studien untersucht. Auf Grund der Inhaltsstoffe ergeben sich mögliche Anwendungs- und Wirkungsweisen. Der Sanddorn darf hingegen nicht als Arzneimittel mit spezifischer Wirkung betrachtet werden. Er kann jedoch durch die hohe Menge spezieller Inhaltsstoffe und deren besondere Kombination vor allem bei komplexen Krankheiten wie Krebs seine vorbeugende und unterstützende Wirkung entfalten.
1. Hautschutz und -pflege
Sanddornfruchtfleischöl kann äußerlich und innerlich eingesetzt werden.
Es sorgt infolge der aus seiner Zusammensetzung resultierenden antioxidativen, antiseptischen, schmerzstillenden, entzündungshemmenden, hautpflegenden - und regenerierenden Eigenschaften
- für einen natürlichen UV-Lichtschutz, welcher die Haut vor den aggressiven Einflüssen freier Radikale bewahrt
- bei Unterpigmentierung (fleckige Aufhellungen, Vitiligo) für eine Farbangleichung
- bei Überpigmentierung (u.a. Sommersprossen, Altersflecken) einen Pigmentausgleich
- für die beschleunigte Regeneration von bereits geschädigten Hautzellen z.B. infolge Verbrennungen, Strahlentherapie sowie eine erhöhte Feuchtigkeitsaufnahme
- für einen natürlichen Schutz vor Hautschädigungen infolge Sonnenbrand, Strahlentherapie, Photosensibilisierung, Sonnenallergie
- für die Unterstützung der Abwehr- und Schutzmechanismen der Haut
- für den sogenannten Skin-Repair-Effekt bei Altershaut; der Alterungsprozess wird verlangsamt, die Haut sichtbar regeneriert, die Elastizität der Haut gefördert
- für Linderung bei chronischen Hautkrankheiten wie Psoriasis, Neurodermitis und allergischen Hauterkrankungen
Aufgrund seiner sehr guten Verträglichkeit kann Sanddornfruchtfleischöl auch in der Hautpflege von Säuglingen und Kleinkindern eingesetzt werden.
2. weitere Anwendungsgebiete
Vor allem im asiatischen Teil Eurasiens und Russlands wird es seit langem bei Diabetes und Herzerkrankungen sowie als cholesterin- und blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt. Ebenso findet es Anwendung in der Behandlung von Geschwüren, Wunden, Erkrankungen der Schleimhäute ( z.B. Herpes, Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut), sowie des Verdauungstraktes (Magengeschwüre, Sodbrennen). Eingesetzt wird es dort gleichfalls bei Halsschmerzen, Mandelentzündung, Bronchitis, Heiserkeit und Asthma. Gleichfalls konnten in Russland und China bei der Bekämpfung von Krebs Erfolge erzielt werden.
Literatur
Aus Dsechgar Migczan und Selphreng zitiert durch BAT; Sanshmjatawy, Aspekte der rückstandsfreien Verarbeitung von Sanddornbeeren (Hippophae rhamnoides L:) unter besonderer Berücksichtigung der Gewinnung von Verwendung von Ölen, Diss. B, Humboldt Universität zu Berlin 1991.
Neues zur Biologie, Chemie und Pharmakologie des Sanddorns, Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Nowosibirsk 1991
Neues zur Biologie, Chemie und Pharmakologie des Sanddorns, Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Nowosibirsk 1983.
Luetjohann, Sylvia; Sanddorn, Windpferd Verlagsgesellschaft mbH, Aitrang 2004 und darin zitierte Literatur.
Analysenzertifikat Sanddornfruchtfleischöl 2005.
Arnsberg, Hans von; Sanddorn-Frucht-Fleisch-Oel, Oleum Heilsam Verlag, Altomünster 2000.
Heilscher, K.; Lorber, S.: Sanddornbeeren-Öle, Parfümerie und Kosmetik, 79, Nr. 6, 1998.
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